Goldberg365_01_18mar2016

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gehe mit dem raummarker in der nachbarschaft spazieren, auf der suche nach einem ort, der mich inspirieren, ansprechen würde.In einem nahegelegenen park finde ich ihn nicht, ich wehre mich gegen die vorstellung, als spektakel aufzutreten, dass ich als fremder ohnehin schon bin, die blicke bleiben an mir haften, und das objekt in meiner linken hand irritiert, da es nicht zugeordnet, nicht gelesen werden kann. Nach und nach wird mir klar, dass ich bereits durch meine präsenz performe. Ich kehre zurück in meine derzeitige nachbarschaft Dong Bei Zhong Jie wo zwischen den wohnburgen ein verstaubter minipark liegt mit fitnessgeräten. Hier besetze ich die einzige noch freie parkbank.alte frauen sitzen neben umgebauten kinderwägen,auf denen metallene kisten roh fixiert sind. Jemand isst nudeln aus einem pappbecher, mustert mich neugierig. Zwei junge typen hängen in schwingenden gehtrainern, der eine in ein nicht enden wollendes gespräch mit seinem phone vertieft, der andere hält eine getränkedose in der hand. Zwei weitere junge männer in schwarzen uniformen erscheinen, „SWAT“ in weiss auf den rücken gedruckt. Ich stecke die kopfhörer in die ohren und starte die variationen, bin froh, eine form für mich in diesem moment zu finden. Meine bewegungen sind minimal, orientieren sich ein wenig an denjenigen der alten frauen mir gegenüber. Den raummarker habe ich um ein feld geöffnet,er liegt neben mir und das reflektorteil hängt über die vorderkante der holzbank. Die alten frauen schauen immer wieder prüfend zu mir hin.Ich variiere meine positionen, lasse rhythmen leicht sichtbar werden in kopf und oberkörperbewegungen oder in den füssen, die ich ab und an nur wenig vom boden hebe, was ganz andere spannungsverhältnisse im rumpf hervorruft, aber oberflächlich betrachtet kaum von „normalem“ sitzen unterscheidet.Ein mann, der einen hund in den armen trägt erscheint, die frau mit dem pappbecher bewegt sich auf ihn zu, streckt dem tier den becher entgegen. Der hund zeigt aber kein interesse.Später erschient ein ganzes rudel hunde. Mein blick wandert die fassaden hoch. Rechts hinter mir, gerade ausserhalb der anlage, wird müll sortiert und in riesigen haufen auf einen viel zu klein erscheinenden lastwgen geschichtet. Die variationen stocken, kurzes, heftiges rauschen, noch ein paar töne, dann ist stille. Ich verharre, atme. Ein blick aufs telefon zeigt mir, dass es 16.09h ist.Mein körper kann also als teil einer installation agieren, der „tanz“ so minimal werden, dass er kaum, oder nicht gesehen wird.

SERIE : GOLDBERG 365

 Nummer : 365_1

 Datum : 18.03.2016

 Uhrzeit Beginn : 15.50

Uhrzeit Ende  : 16.09

 Dauer : 19.00 Min.

 Lan : China

 Ort/ Stadt: Beijing

Adresse:  kleiner Park nahe DongBeiZhong Jie 22

 Geoposition    : —

 Fassung        : Glen Gould 1955

 Sound via : Kopfhörer         

 Partner/

Kollaborationen: —

 Wetter :sonnig, Smog

 Temperatur :15º C

 Stichworte :sichtbar unsichtbar, Körper als Installation

               Abbruch nach 19 min. Akku Player low

 Streaming: Ja /  Nein

 Zeugen: alte Frauen