Goldberg365_354_06.März2017

 

Ein Grossbildfernseher füllt das Zimmerfenster einer Wohnung im ersten Stock, leuchtet den Rest des Zimmers in einem Stakkato von bläulichen Farben aus.

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SERIE: GOLDBERG 365

 

Nummer: 365_354

 Datum: 06.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 20.30

 Uhrzeit Ende: 21.20

 Dauer: 50 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Nestroyplatz

 Geoposition : 48°12’53.42″N    16°23’3.64″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : bewölkt

 Temperatur : 04 Grad

 Stichworte : SUV, Ameise, Mensch

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Der Marker hängt an einer aus Metall komponierten Säule, die als Gestaltungselement einen Platz markieren soll, der längst dem Strassenverkehr geopfert wurde.

Etwas aus der Zeit gefallen steht wuchtig ein Gründerzeithaus, dessen Erdgeschoss durch ein pink leuchtendes BIPA-Geschäft verunziert wird.

Ein schwarzer SUV hält am Strassenrand, mitten auf dem Zebrastreifen. ER wird von einer energisch wirkenden jungen Frau gelenkt. Sie gestikuliert ausschweifend mit beiden Händen, während ihr Beifahrer, ein Mann abwartend blickt, ein Mobiltelefon in Händen. Auch er beginnt zu gestikulieren, allerdings nur kurz, bevor die junge Frau, die ein auffallend schmales Gesicht hat wieder übernimmt.

Es ist wieder kalt geworden. Ich trippele im gelb-orangenen Licht unsichtbaren Linien entlang, komme mir vor wie eine Ameise.

Menschen, die mir entgegenkommen beschnuppere ich aber nicht, es gibt keinen olfaktorischen Austausch.

Das Pärchen im Auto ist immer noch in eine intensive Diskussion verwickelt, und mehrere FußgängerInnen wundern sich, darunter ein Paar, das sich wenige Meter entfernt von mir, von zwei Seiten aufeinander zu gehend getroffen und zur Begrüssung geküsst haben.

Neons markieren den Himmel, diejenigen des UNIQUA- Towers, von dem nur ein Ausschnitt sichtbar ist, aber auch diejenigen einer SAMSUNG- Leuchtreklame die in sattem Blau über mir an der Rundung des Büro-Turms befestigt ist.

Langsam lenkt die Frau mit dem schmalen Gesicht nun den SUV etwas weiter, hält in zweiter Spur bis ein Fahrzeug hinter ihr hupt. fährt ein paar Meter weiter, hält in der Einfahrt einer Strasse. Erst als erneut jemand hupt, fährt der Wagen langsam die Strasse entlang weiter und biegt um die Ecke.

Ich stemme mich gegen den Wind, lasse mich dann wieder mitnehmen, drifte durch den beleuchteten Raum, kurze Blickkkontakte mit Fussgängern, die auf dem Gehsteig zirkulieren. Die Arme hängen an den Schultern, ich lasse sie mitschwingen, deute Patterns an, die kurz aufscheinen, dann wieder erlöschen und in andere übergehen.

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