Goldberg365_355_07.März2017

 

Blau-rötliches neonlicht dominiert die Szenerie vor dem Gebäude der Casino Austria.

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SERIE: GOLDBERG 365

 

Nummer: 365_355

 Datum: 07.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 21.19

 Uhrzeit Ende: 22.01

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Kleistgasse /Rennweg

 Geoposition : 48°11’36.48″N    16°23’25.30″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : bewölkt

 Temperatur : 08 Grad

 Stichworte : Ausschnitt, Frontalität, Präsenz

 Streaming : 37,   12 replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Die nahe Ampel regelt den Nachtverkehr, immer wieder fallen Windböen ein.

Nebst dem Marker baue ich das Smartphone auf und etabliere eine live-Streaming Verbindung.

Der Blick der Phone-Kamera konzentriert, definiert einen Ausschnitt, eine Frontalität, die augenblicklich spürbar ist.

Die Präsenz der imaginären Abwesenden, die aber via Kamera Auge potentiell anwesend sind.

Die Goldbergvariationen in den Ohren setze ich mcih in Bewegung, folge dynamisch dem Fluss der Impulse. Manchmal blinke Kommentare auf, die ich aber nicht lese um menen Fluss nicht zu stören. Ein Wiedererkennen nach längerer Absenz ?

Gerade als ich das zweite Telefon mit dem Sound zum streamenden Gerät legen will, schaltet sich dieses aus. Batterie aus. Bleiben die analogen ZuschauerInnen, die aus den Personen bestehen, welche im Rhythmus der Strassenbahn an der Haltestelle aussteigen und teilweise an mir vorübergehen müssen.

Das Versprechen von coolem Glück und Reichtum, „the magic headquarters“ steht über einer der Lifttüren in der Lobby. Studio 44.

Ein Security Mitarbeiter begibt sich auf den Rundgang. Vielleicht hat er mich durch die Überwachungskamera beobachtet, die in einer Glasglocke in etwa vier Meter Höhe montiert ist.

Ich versuche den Windböen auszuweichen, reduziere meinen Radius, erkunde den Raum zwischen Säule und Eingangsschläuse. Ein BMW Fahrer braust mit kreischenden Reifen um die Ecke.

Repetativ lasse ich die Schultern kreisen, hebe sie hoch, lasse sie wider fallen. Das ist mein Raum jetzt. Wann drehe ich mich, wann kreiere ich den Impuls, wann entscheide ich, ihm zu folgen?

Beide Arme synchron, leicht angehoben, und wieder hängen lassen. Und Wiederholung. Wiederholung und Variation. Diese Bewegung ist niemals dieselbe. Die virtuosen Schultertänzer in Addis, erinnere ich mich, der Raum, der sich aus diesen wenigen Zentimetern speist. Die Rhyhmen, die das Anheben und Fallenlassen ergibt.

Die Passanten blicken nur beiläufig zu mir her, die meisten sind müde, denken wohl nur mehr daran, wie sie möglichst schnell nach hause kommen können.

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