Goldberg365_161_25.Aug.2016

 Gegenüber einer Bushaltestelle, direkt vor einem Bildhaueratelier sind Steine, alte und unbehauene angrenzend an den Gehsteig geschlichtet. Sie ziehen mich an und ich breite meinen Marker entlang der gestapelten Haufen aus. Ich suche ihre Nähe,  berühre sie, erst nur mit der Oberfläche der rechten Hand, mit den Fingern, mit der ganzen Hand schliesslich.

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SERIE          : GOLDBERG 365

 

Nummer         : 365_161

 Datum          : 25.08. 2016

 Uhrzeit Beginn : 22.35

 Uhrzeit Ende   : 23.19

 Dauer          : 44 Min.

 Land           : Schweiz

 Ort/ Stadt/    : Genève Petit Lancy

 Adresse        : St. Georges

 Geoposition    : 46°11’47.13″N 6° 7’1.56″E

 Fassung        : Glen Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen: —

 Wetter         : sonnig

 Temperatur : 24 ºC

 Stichworte     : Steine, Statue, Friedhofsbildhauerei, SALADE

          Streaming      : Periscope — live, — replay

 Zeugen        : Ehepaar, Wartende an Bushaltestelle,

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Ich arbeite mit physischem Widerstand, der meinen Körper konkreter macht, der Referenzen durch ihn schickt, der Gewichte verhandelt, fragile Gleichgewichte hervorbringt. Regelmässig die An- und Abfahrten vom Bus Nummer 2, weniger häufig der 19 er. Schräg gegenüber das Cafe de la Terrasse mit dem von Glühbirnen beleuchteten Weingarten. Stimmen hinter Laub.

Zwei Frauen passieren auf der gegenüberliegenden Seite. Als ich mich wieder umdrehe bewegt sich die Kette zwischen zwei Steinpollern. Der Wind? Es erschliesst sich mir nicht. Ganz nahe die Steine, und hinter dem Zaun, behauene Gesichter, ein Engel, Friedhofsbildhauerei. Die Statue eines Mannes mit abgewinkelten Armen und Ellbogen, lange gedrehte Haare hinter seinem Rücken. Ich übernehme seine Position, kopiere ihn, drehe mich in anderen Winkeln zur Strasse, copy paste, löse mich wieder aus der Position. Vier junge Leute warten an der Bushaltestelle, steigen ein. Bus fährt, ein Mann im hinteren Teil blickt zu mir her, blickt mir so lange nach, wie es sein sich zunehmend entfernendes und beschleunigendes Blickfeld es zulässt.

Eine beinahe zärtlich anmutende Gegenwart, Dinglichkeit der Gegenwart. Ein Sprüh – Tag auf der Mauer, darunter das Wort SALADE. Ganz nahe nun ein Mann und neben ihm seine schwangere Frau. Sie schieben sich an mir vorbei, biegen nach links ab, wo Hochhäuser stehen. Der Himmel mutet blau-schwarz an, vielleicht im Kontrast zum orangefarbenen Licht der Strassenlampen.

Behutsam tanze ich die Schlussarie, minimale Bewegungen, nochmals die Steine berührend, ein Quader, ein Block obenauf, der sich wippend bewegt, als ich meinen Arm auf ihn lege.

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