Goldberg365_164_28.Aug.2016

Auf dem Weg zum Praterstadion entdecke ich plötzlich diese Kreuzung mit vier Tafeln auf einer Verkehrsinsel, welche endlos den Weg im Kreis weisen. Ich halte an, lege den Marker auf, der nun wie die Schleife der AIDS Hilfe aussieht. Letztes Sonnenlicht des Tages wirft dünn meinen Schatten auf die Innenseite einer Tafel, die mit kryptischen Tags beschriftet ist. Im Zentrum, verbogene Schrauben.

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SERIE          : GOLDBERG 365

 

Nummer         : 365_164

 Datum          : 28.08. 2016

 Uhrzeit Beginn : 18.59

 Uhrzeit Ende   : 19.44

 Dauer          : 45 Min.

 Land           : Österreich

 Ort/ Stadt/    : Wien

 Adresse        : Südportalstr./Trabrennstr.

 Geoposition    : 48°12’39.93″N 16°24’37.62″E

 Fassung        : Glen Gould

 Sound via : Kopfhörer / nur Phone

 Partner/

Kollaborationen: —

 Wetter         : sonnig

 Temperatur : 26 ºC

 Stichworte     : Verkehrsinsel, Konstruktion, Flagge

          Streaming      : Periscope 3 live, — replay

 Zeugen        : Autofahrer, PassantInnen, RadfahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Zögernd schalte ich die Periscope Videoübertragung ein, ich hatte in der Schweiz mein Datenvolumen schnell erreicht und deshalb auf das Streaming verzichtet.

Immer wieder die Frage nach der Konstruktion meiner Präsenz. Die Frage nach dem, was Tanz ist, nach dem, was der Anteil von Performance ist. Formale Fragen? Natürlich ist diese Praxis Teil meines Lebens geworden. Ansetzend bei Paxton/ Goldberg. Eine Übung, welche diese Tradition sowohl bestätigt, wie befragt. Eine Praxis, die Immer wieder den Körper, seine Wahrnehmung des Raums ins Zentrum stellt, die immer wieder nach Innehalten verlangt, die mich durch persönliche und öffentliche Territorien sendet.

Zwei Flaggen auf einem der vielen Kräne, sie flattern stetig im Wind, der dort oben bedeutend stärker weht als unten, wo ich stehe.

Ich versuche diese Bild in den Körper zu lassen, mich damit zu verbinden und kämpfe um einen Ausdruck dessen. Meinen Körper flattern lassen.

Nur die Beine sind im Bild, ein Echo des Oberkörpers, der zweifellos heftiger flattert.

Am Abend kommt eine Mail von Zhou Bin, der nun seinerseits in Erweiterung eines vorgängig produzierten 30 Tage Projektes ankündigt, damit begonnen zu haben, täglich ein Kunstwerk zu produzieren, wobei produzieren tatsächlich innerhalb eines Produktionsframworks abläuft, es gibt Produktionsleiter, einen Kurator, es gibt Galerien als Referenzorte des Kunstsystems. Ich denke manchmal, dass es ja wohl reichen müsste, täglich eine Performance zu machen – ich mache diese Performance aber neben allen anderen Arbeiten. Ein seltsames Vakuum.

Creative Intent: To blur the boundaries between life and artistic creation. To push the limits of body-based performance in such a way  that creative modality reaches its potential. To be able, when life and art pull the artist off balance, to arrive at a greater sense of order.

Sleeplessness, anxiety, exhaustion, excitement and elation fill one day after the other. Zhou Bin views this project as one of “self-transformation”, a calibration of endurance, continually re-adjusting throughout the year-long period

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