Goldberg365_165_29.Aug.2016

Seltsame Stadt-Landschaft. Ein Stück Strasse, das ins Nirgendwo führt, plötzlich abbricht, eine Art Skulptur, durch eine Kette mit Schloss gesperrt, ein Schild, „Privatbesitz, betreten verboten“. Der Zeit anheimgegeben. Wer wohl der „private“ Besitzer einer fehlgeleiteten öffentlichen Strasse ist?

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SERIE          : GOLDBERG 365

 

Nummer         : 365_165

 Datum          : 29.08. 2016

 Uhrzeit Beginn : 17.40

 Uhrzeit Ende   : 18.32

 Dauer          : 52 Min.

 Land           : Österreich

 Ort/ Stadt/    : Wien

 Adresse        : Kleingartensiedlung Grönland /Südosttangente

 Geoposition    : 48°12’16.88″N 16°25’48.34″E

 Fassung        : Glen Gould

 Sound via : Phone / Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen: —

 Wetter         : stark bewölkt

 Temperatur : 22 ºC

 Stichworte     : Verharren, Zeichen, Körper, Stadtarchitektur

          Streaming      : Periscope 5 live, — replay

 Zeugen        : Keine

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Geruch nach Kuchen aus der Kleingartensiedlung. Tiefe Wolken, der Regen zieht aber weiter südlich vorüber.

Die Ankunft des Körpers. Sitzen. Nicht spektakulär. Den Ort aushalten, den Körper aushalten, die Performance des Nicht- Spektakulären. Teil einer Stadtarchitektur.

Der Körper ist Zeichen. Soll sein. Kann sein. Ich strecke den rechten Arm zu Himmel.

Bleibe, verharre. Eine Frage der Zeit. Zwei, drei Variationen lang. Das ist der Tanz dieses Moments, der Tanz des Verharrens. Die Präsenz des Verharrens. Ein Zeichen neben Zeichen, die nur für sich selbst stehen. Gebüsch, Pflanzen, die aus Lücken wachsen, Strassenlampen.

Ein Ort für eine Nachtperformance. Ich werde darauf zurückkommen.

Kleine repetative Bewegungen. Drehung des Kopfes und lenken des Blicks zur Lampe, zum Himmel, ein Vogel. Gegenwärtigkeit. Reduziert sich das auf Gegenwärtigkeit? Ich als Teil der Stadt. Klammer. Künstler als Teil der Stadt, Kunstkörper als Teil der Stadt. Was erzählt der Kunstkörper? Den Abwesenden? Vom Zusammenbruch der Referenzsysteme? Vom Vakuum des Schaffens? Von Verweigerung und Trotz? Von der Erbärmlichkeit des Daseins und von der Faszination des Daseins? Vom Staunen? Von der Fragilität der Momente? Von der Poesie des Seienden?

Unterbrechen. Gehen. Auf und ab. Die Fläche bedecken mit Gängen. Abgehen ohne Abgang. Beschleunigtes Gehen. Die Füsse stossen auf Nussschalen.

Setzen. Wieder setzen. Widersetzen. Die Nusschale in meiner Hand. Wiegen. Wägen. Abwägen. Die Entscheidung fällt. Die Nussschale fällt. Ein Würfelspiel. Schalenspiel. Schales Spiel. Weiter würfeln, fallen lassen, der Schale diese Bedeutung geben.

Die Schale schieben, ver- schieben, hin und her. Mikro und Makrokosmos. U-Bahn Station und Stadion als markante Referenzpunkte.

Ich stecke die Kopfhörer ins Gerät, nun laut die Variationen. „nice music“ hat jemand getextet in Periscope. Erweiterter Raum.

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