Goldberg365_166_30.Aug.2016

Der Mann im blauen Adidas Sportdress steigt behutsam über die Brombeerhecken, welche den Zugang um die Absperrung herum zum überwachsenen und vom Verkehr isolierten Stück Strasse gewährt. Ein Stück Strasse neben einer der vielen Bahnlinien, die hier verlaufen.

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SERIE          : GOLDBERG 365

 

Nummer         : 365_166

 Datum          : 30.08. 2016

 Uhrzeit Beginn : 18.19

 Uhrzeit Ende   : 19.12

 Dauer          : 53 Min.

 Land           : Österreich

 Ort/ Stadt/    : Wien

 Adresse        :

 Geoposition    : 48° 9’56.31″N 16°19’45.15″E

 Fassung        : Glen Gould

 Sound via :  Phone

 Partner/

Kollaborationen: —

 Wetter         : sonnig

 Temperatur : 22 ºC

 Stichworte     : Adidas Sportdress, Absperrung, Muskeln, Zittern

          Streaming      : Periscope 2 live, — replay

 Zeugen        : Wartende bei Bahnschranke

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Auf der anderen Seite eine Art Umschaltstelle oder Kraftwerk und weiter im Hintergrund die Kulissen des Kabelwerks. Wuchernde Pflanzen proben die Rückeroberung, Kirschenkerne, ausgebleichte umgeben von dürren Blättern und Krümeln, Gräser von Sonne durchflutet, Dornröschenland.

Den Marker setze ich als Dreieck. Mich als Zeichen, erstmal, orientiert am Bild auf der kleinen Screen, Spieglein, Spieglein… . Die Streamingcamera nimmt mein Bild als Spiegelung auf der Screen des Soundphones auf.

Dann stehe ich, stehe bis die Muskeln ermüden, stehe als Zeichen, beobachtet von den Passanten, die sich hinter dem Schranken ansammeln und eine Folge von Zügen abzuwarten gezwungen sind. Lachen dringt zu mir her. Ich ändere die Position, eine zweite, die Arme rund, als hielte ich eine Kugel, ich hielte sie schief, aber standhaft. Ich bin noch immer zu schnell, denke ich. Der Schranken geht hoch, von beiden Seiten strömen nun die Menschen in jeweils entgegengesetzter Richtung hinüber, Gruppen, die sich durchdringen, dann auflösen. Niemand mehr da, meinen Körper zu lesen.

Fuss vor der Kamera, Nahaufnahme, zittern, weit oben Hände, Finger, die ich spreize, ein Arm, der wie angesetzt die eine, es ist die linke Hand ins Gegenlicht schiebt.

Beugungen rückwärts, himmelblickend, Arme, Hände sanft bewegend. So ist der Oberkörper am Becken befestigt, Bänder, Muskeln, Zittern.

Fliessende Bewegungen, langsame dann, erlöschende Bewegungen zu den Klängen der Arie und in die folgende Stille lasse ich das Phone mit der Kamera durch den Raum schweben.

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