Goldberg365_197_30.Sept.2016

Ich hatte bereits vergessen, dass ich geschminkte war, dass also jegliche Versuche, unauffällig zu wirken sinnlos waren. Die Selbstverständlichkeit meiner Bewegungen, die Selbstverständlichkeit meiner Präsenz mussten für diejenigen, die zu später Stunde vorbeikamen befremdlich wirken. Älterer Mann mit nicht eindeutig definierbarer Schminke in nicht eindeutig definierbares Tun vertieft. Ein Ritual mit ungewissem Ausgang?

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SERIE: GOLDBERG 365

 

Nummer: 365_197

 Datum: 30.09. 2016

 Uhrzeit Beginn : 22.33

 Uhrzeit Ende: 23.42

 Dauer: 69 Min.

 Land : Österreich

 Ort/Stadt : Wien

 Adresse : Rinnböckstrasse

 Geoposition : 48°11’7.55″N     16°24’21.10″E

 Fassung : Liu Shinyue/Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/Kollaborationen: —

 Wetter : leicht bewölkt

 Temperatur : 17 ºC

 Stichworte: Selbstverständlichkeit,SUV,

 Streaming : Periscope   4 live, 14 replay

 Zeugen: Autofahrer, Passanten, Autos

Raummarker: Stephanie Rauch

Die wenigen Passanten gehen schnell an mir vorüber, blicken vor sich hin, bemüht, im eigenen Raum zu bleiben.

Ein indisch wirkender Fahrer hält seinen SUV, lässt einen jünger wirkenden Mann aussteigen, bemerkt mich, blickt immer wieder zu mir her, bleibt, als ob er ihn vor mir bewachen wollte bis der Jüngere mit einem direkt vor mir geparkten Mietwagen davonbraust.

Ein nächster Autofahrer sieht davon ab, an dieselbe Stelle einzuparken, nachdem er mich bemerkt.

 

Überhaupt: Autos. Rund um mich herum stehen Autos. Diejenigen, die direkt in der Strasse geparkt sind. Die Neuwagen und gebrauchten Fahrzeuge, die zum Verkauf stehen gegenüber. Weitere unterhalb der Böschung. Direkt neben einer der wuchtigen Säulen steht ein verpacktes Gefährt. Ein Oldtimer, der verhüllten Form nach zu urteilen,

das Tuch, welches bis knapp zur Hälfte der Räder reicht, gibt bei genauerem Hinsehen den Blick auf zwei Mercedes-Sterne frei.

 

Ich tanze, folge den Strömen meiner Wahrnehmung, ein Schatten zwischen den Autos, ein Huschen. Ich meine, mich zu täuschen, aber wenig später taucht ein Hund auf, gefolgt von einem Pärchen. Auf dem unteren Parkplatz ein Igel, der sich einen Weg sucht, sich im Dickicht verliert. Wie aus dem Nichts kommend taucht ein Mann neben mir auf, geht hastig weiter, ich sehe ihn wenig später jemanden auf dem Parkplatz treffen. Beide steigen in unterschiedliche Autos, fahren weg.

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