Goldberg365_191_24.Sept.2016

Die Bau Stelle. Ich stelle mich . Stelle mich hin. Baustellen. Hinstellen. Hinlegen tue ich mich nicht. Ich hebe das Einzelgitter hoch sodass die Stange aus ihrer Halterung in einem Stein gelöst wird, schiebe es nach hinten, husche schnell durch die sich ergebende Öffnung, schiebe es zurück und lasse die Stange wieder in ihr Loch senken. Ich bin drin.

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SERIE: GOLDBERG 365

 

Nummer: 365_191

 Datum: 24.09. 2016

 Uhrzeit Beginn : 16.06

 Uhrzeit Ende: 17.05

 Dauer: 59 Min.

 Land : Österreich

 Ort/Stadt : Wien

 Adresse : Canettistrasse

 Geoposition : 48°11’5.90″N     16°22’52.85″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/Kollaborationen: —

 Wetter : sonnig

 Temperatur : 20 ºC

 Stichworte : Bau, Stelle, Impuls

 Streaming : Periscope   18 live, 0 replay

 Zeugen: Passanten, Raben

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Ich breite den Marker aus, mitten im Staub vor dem aufgeschütteten Erdhügel, mitten in den Spuren schwerer Gefährte mit markanten Reifenprofilen, mit denen sie die Bodenfläche gestempelt haben. Das Unfertige. Das Fertige in meinem Rücken.

 

Ich stelle mich hin.

Ich stehe, stehe vor den Kränen.

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Kein Impuls, mich zu bewegen. Sonnenwärme im Nacken und auf der rechten Schulter.

Der Wind zaust die Gräser, die sich auf dem Erdhügel ein karges Dasein erkämpft haben.

Ab und an fliegen ein paar Krähen auf, verschwinden aber sogleich wieder hinter dem Hügel. Der Klang von Glen Golds Variationen wird hin und wieder von Verkehrsgeräuschen übertönt. Ein Reisebus. Die Strassenbahn. Manchmal auch Stimmen von Passanten, Rufe.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Ich stehe vor den Kränen.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach links.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach rechts.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach links.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach rechts.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach links.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach rechts.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach links.

 

Langsam, sehr langsam drehe ich den Kopf nach rechts.

 

Mit dem Erklingen der Arie löse ich mich aus meiner Position, begebe mich sachte auf einen imaginierten Halbkreis, der die beiden Enden des Markers verbindet. Drehe mich behutsam durch den Staub, lasse die Arme heben, schweben im Wind, der nicht zu fassen ist. Noch bevor ich die Hälfte der Kreisstrecke zurückgelegt habe, endet die Arie.

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