Goldberg365_192_25.Sept.2016

Ich schminke mein Gesicht gleich zu Beginn, ziehe weisse und schwarze Linien. Eine Maske für heute, für diesen Tanz. Der Platz vor dem Container, mein Schatten im Schatten desselben. Als die Sonne von einem Fenster des Hochhauses hinter meinem Rücken hinunterspiegelt, silbriges Licht. Meine Füsse haben einen Ort gefunden, einen Ort, von dem ich sie nicht mehr wegbewegen möchte. Füsse, die stehen.

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SERIE: GOLDBERG 365

 

Nummer: 365_192

 Datum: 25.09. 2016

 Uhrzeit Beginn : 14.24

 Uhrzeit Ende: 15.40

 Dauer: 76 Min.

 Land : Österreich

 Ort/Stadt : Wien

 Adresse : Hermannnpark

 Geoposition : 48°12’42.82″N    16°23’10.18″E

 Fassung : Liu Shinyue/Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/Kollaborationen: —

 Wetter : sonnig

 Temperatur : 19 ºC

 Stichworte : Container, Schatten, Drehscheibe

 Streaming : Periscope   4 live, 4 replay

 Zeugen: SpaziergängerInnen, RadfahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Der Oberkörper, oszillierend über, durch vielfältige Gleichgewichtspunkte. Das Unfassbare fassen mit Fingern, Händen und Armen. Eine Schattenlinie schiebt sich sich stetig voran, über den rechten Fuss zuerst, über die Fläche zwischen den Füssen und weiter über den linken Fuss. Die damit einhergehende Kühle ist spürbar. Das Becken, Drehscheibe der Energien, der Gewichte.

Schwungrad für Rücken und Arme. Bis zum Anschlag, links, wieder zurück zur Mitte, welche Mitte, der Rücken beugt sich, Gewicht über den Fersen, für kurze Zeit nur, rechter Arm tief, greift nun in die Richtung seines Schattens, Kopf folgt, Augen folgen, ein Stück Glasbruch, eine Scherbe, die etwas Sonne spiegelt, nun greife ich mit der Schattenhand zu. Das glitzernde Glas umgeben vom dunkeln Umriss von Schatten-Fingern.

 

In beinahe regelmäßigen Zeitabständen Spaziergänger, alte, junge. Gehen stumm an mir vorüber, eine ältere Frau drückt sich am Marker vorbei, dem Zaun entlang. Ein Mädchen geht achtlos über den Marker, sie bemerkt ihn nicht. Ein Portrait eines Mädchens aufgesprüht, gegenüber. „Whatever Hero“ lese ich von Ferne, es heisst, so stelle ich später fest, „Whatever Bro“.

 

Ein Flugzeug zieht eine Linie, Wolken driften davor, eine Instantkomposition. Ein Mann mit Fahrrad bleibt stehen, blickt, verweilt für ein paar Momente, tritt dann wieder in die Pedale. Eine Gruppe Jugendlicher schaut her, sieht mein Gesicht. Alle lachen, gehen weiter.

 

Ich bin fast kein Spektakel.

 

Ich bin fast kein Spektakel.

 

Ich bin fast kein Spektakel.

 

Ich bin fast kein Spektakel.

 

Ich bin fast kein Spektakel.

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