Goldberg365_236_08.Nov.2016

Das Wort „Boxenstopp“ strahlt von einem überdimensionalen Plasticgebinde, beleuchtet vom orangenen Licht eines Fluters. Gegenüber ein riesiger Betonblock als Halterung für eine improvisierte Holzstange zur Stromversorgung der schräg gegenüberliegenden Baustelle.

img_2005 img_2004  img_1996 img_1997  img_2001 img_1999  img_2003 img_2002   img_1995 img_2006 img_2007

SERIE: GOLDBERG 365

 

Nummer: 365_236

 Datum: 08.11. 2016

 Uhrzeit Beginn : 21.52

 Uhrzeit Ende: 22.36

 Dauer: 47 Min.

 Land : Österreich

 Ort/Stadt : Wien

 Adresse : Ullmannsrasse 32

Geoposition : 48°11’14.75″N   16°19’56.14″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Phone

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : klar

 Temperatur : 03 Grad C

 Stichworte: Boxenstopp,Asphalt,Angst, Raum, Halbmond

 Streaming : 1 ,   6 replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Der Marker verbindet die beiden Objekte in einer Linie. Eine von vielen, die es hier gibt. Ich folge zuerst derjenigen, die sich aus den aneinandergefügten Randsteinen ergibt, ergänzt durch eine aus gegossenem Asphalt, der ein hineingeflicktes Stück Asphalt mit einem alten verbindet .

Die Wirkung, die eine Gruppe von fünf Männern hat, die langsam auf einen zukommen. Ein Schlendern, dass auf einen gemeinsam verbrachten gemütlichen Abend ebenso schliessen lässt wie auch auf die Möglichkeit, dass die Fünf es auf mich abgesehen haben.

Haben sie nicht, glücklicherweise. Sie gehen an mir vorüber, und nachdem ich Ihnen wohl auch ein bisschen unberechenbar erscheine, wählen sie die grösstmögliche Distanz, die der Gehsteig hier zulässt und blicken auch nicht zurück.

Blicke. Blicken. Angst. Respekt. Raum. Ausweichen. Auf Schattenlinien zwischen den zwei Boxn, die meinen Stopp, der ein Stopp des Alltäglichen ist, oder ein Stopp im Alltäglichen, einklammern. Halbmond zunehmend, schräg am Himmel hängend. Ich tanze, lasse mich in den Raum fallen, die Arme weit ausschwingend. Etwas tanzt in mir.

Zwischen den fragenden Blicken der wenigen Passanten, fast alles Männer. Eine Frau, die lange nach dem Schlüssel sucht, mich flüchtig einzuschätzt, zumindest den Versuch unternimmt,, ich suche die maximale Distanz zu ihr, sie weiss, dass ich sie erreichen könnte, bevor sie den Schlüssel gefunden und Schloss und Türe geöffnet hätte. Risikoanalyse. Ein junger Mann mit Fahrrad überquert den Marker, ein zweiter kommt hastig, hält eine leere Tasse in der Hand, steigt sorgfältig über den Marker, geht weiter über die Strasse zum Haustor Nr. 32. Autos kreisen, suchen Parkplatz, Blicke durch Glas. Im dritten stock der Schatten eines Mannes, bevor er den Vorhang zuzieht.

Schreibe einen Kommentar