Goldberg365_333_13.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

 Unter der nun auf 4 Grad angestiegenen Temperatur schmilzt die gefrorene Oberfläche. Der Boden wird feucht. Profile ovn Fahrradreifen und Schuhen sind über die gesamte Strecke der Abkürzung verfestigt. Ein Print der alltäglichen Nutzung. Der Pfad führt quer durch eine nur mit niedrigen Büschen karg bewachsene Fläche hinunter zu den Zugängen der U-Bahnstation, die hinter dem Wendekreis der Tram liegen.

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Nummer: 365_333

 Datum: 13.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 13.20

 Uhrzeit Ende: 14.03

 Dauer: 43 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Hausfeldstrasse / U2

 Geoposition : 48°13’58.26″N    16°29’12.78″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : sonnig

 Temperatur : 4 Grad

 Stichworte : Fuss, Unterschenkel, Knie

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Weiss flutet Sonnenlicht, lässt den Acker dampfen, der hier eine Leerstelle in der wachsenden Stadt markiert.

Unablässig takten die Ampeln den Verkehr. PKW´s und Lastwagen bremsen, halten, warten, starten ihre Motoren und fahren weiter.

Ein Mann in einem roten, wattierten Parka, dessen Kapuze mit Pelz umfasst ist, nähert sich, rundliche Gestalt, trägt schwarze Jeans und Sportschuhe. Seine Jacke wird rückseitig schräg von einer gefalteten Zeitung gehalten, die er in die Gesässtasche seiner Hose gesteckt hat, ein U-Bahnblatt. Er bleibt bei der Ampel stehen, sieht sich suchend um, kommt zurück.Im Vorbeigehen sehe, dass er mit einem Stift auf einen kleinen Block malt, wie ihn Kellner verwenden um Bestellungen aufzunehmen, oder diese beim Abrechnen zusammenzuzählen. Ich erkenne viereckige Formen, eine Art Plan.

Erneut geht er an mir vorüber und kehrt etwas später in Begleitung einer jungen Frau zurück, auch sie von rundlicher Gestalt, fülliger als die seine, die Knie nach innen gewandt geht sie mit kleinen Schiritten neben ihm her.

Ich selbst bewege mich eher nur kleinräumig am oberen Ende des Markers, den ich auf den aspahltierten Gehsteig ragen lasse, wo kreisförmige,blau-weisse Icons für Fahrradfahrer und FussgängerInnen auf dem Belag prangen.

Ich untersuche den Spielraum, den mir bestimmte Grundpositionen mit den Füssen geben, die ich rechtwinklig zueinander positioniere, und jeweils die Distanzen zwischen ihnen verändere. Ich schiebe mein Gewicht völlig auf den linken Fuss, hebe den rechten, kreuze den Unterschenkel ihn hinter und unterhalb des linken Knie´s , sinke leicht tiefer, gebe kleine Impulse mit dem Becken. Ich bin ganz vertieft in meine Forschung. Beiläufig sehe ich, wie mein Paar, er mit der roten Parka, sie mit einem schwarzen, gemeinsam in einer der Toiletten unten bei der U-Bahnstation verschwindet.

Einige Zeit später kommen sie wieder zum Vorschein, watscheln langsam zur Haltestelle unter der Brücke. Ich sehe noch, wie er mit beiden Händen ihren Kopf fasst, liebevoll eigentlich, auf sie einredet, dann wende ich mich ab und wieder dem Fluss meiner Bewegungen zu.

 

 

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