Goldberg365_334_14.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

Ein Tag an dem die Tauben promenieren, locker landen sie an der Sonne, keck, zwei, drei, dann ein ganzer Schwarm, erheben sich als Wolke wenn sich PassantInnen nähern, jemand mit einem Rollkoffer oder eine Frau mit Hund.

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 Nummer: 365_334

 Datum: 14.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 10.38

 Uhrzeit Ende: 11.22

 Dauer: 44 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Ceija Stojka Platz

 Geoposition : 48°12’26.81″N    16°20’35.26″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : sonnig

 Temperatur : 3 Grad

 Stichworte :

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

Ich benötige mehrere Versuche, den Marker aufzulegen, jedesmal fährt der Wind hinein und verwirft ihn. Erst als ich mir schon überlege, überhaupt mit dem Marker in Händen zu arbeiten, legt sich der Wind – und in der Folge der Marker auf den Boden.

Der Boden auf dem ich stehe, hat einen Namen. Noch frisch hängt die Tafel an einem Laternenmasten. Ceijka Stojka, Überlebende mehrere KZ´s. Strenge Schatten, und das Licht auf diese Erinnerung am sonnigen 14. Februar 2017.

Ich bewege mich kaum von meiner Position. Ich stehe, experimentiere mit Verhältnissen von Beckenpositionen und Füssen. Verschiebungen auf allen drei Achsen, wann „stimmt „ eine Position? Wann denke ich sie stimmt und wann stimmt sie wirklich?

An der Mauer, hoch oben hängt ein Mann an Seilen und repariert Löcher im Verputz. Ein zweiter Mann reicht ihm einen Eimer und assistiert ihm von einem darüber gelegenen Fenster aus. Ich entdecke noch einen dritten, der ähnlich ruhig steht, wie ich und die Szenerie beobachtet – er hält sich zwanzig Meter weiter entfernt auf, lehnt sich zuerst an ein Firmenfahrzeug, dann an die besonnte Kirchenmauer.

Ich räkele meinen Rücken, oder vielmehr untersuche die Dehnung des linken Arms nach hinten ungefähr auf Brusthöhe. Eine junge Frau beobachtet mich im Vorübergehen und lächelt mich an. Ihr Lächeln bleibt stehen, selbst als sie schon verschwunden ist.

Im Würstelstand unmittelbar vor mir entdecke ich drei Gläser mit Eingemachtem, Essiggurkerln, Paprika, Karotten.

Was verändert sich, wenn ich in einer gegebenen Position das Becken nach hinten schiebe? Wie gross sind meine Spielräume? Warum schmerzt mich die rechte Hüfte?

Was kann ich tun, mich an diesen Schmerz heranzuarbeiten?

Eine ganze Gruppe von Menschen nähert sich. Von der Kirchenmauer löst sich die Gestalt eines Mannes, der zur gerade anhaltenden Tram rennt, weisse Wolken aus seinem Mund ausstossend, sodass mir nicht klar ist, ob er raucht. Die Menschengruppe hält nun direkt vor mir, unterteilt in kleinere sich unterhaltende Konstellationen.

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