Goldberg365_336_16.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

Nebelfeuchte Luft durch die gerade die Sonne bricht. Der Blick über die künstliche, grossteils gefrorene Wasseroberfläche erinnert an einen Salzsee.

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Nummer: 365_336

 Datum: 16.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 12.51

 Uhrzeit Ende: 13.33

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : aspern Seestadt

 Geoposition : 48°13’34.25″N    16°30’27.18″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne

 Temperatur : 0 Grad

 Stichworte :

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Die Kiesel auf der Uferböschung knirschen bei jedem Schritt. Unter den Blicken eines neugierigen Entgegenkommenden packe ich den Marker aus und lege ihn so aus, dass er die Eisfläche mit der Böschung verbindet.

 

Ein Krähe sitzt auf einem Zierbaum. Ich entdecke sie beinahe zum selben Zeitpunkt, zu dem ich mich hüpfend auf einem Bein auf einer krummen Linie knapp oberhalb des Eises bewege. Selber Vogel. Den zweiten Fuss setze ich immer verzögert auf.

Einige Meter vom Ufer entfernt liegt eingefroren ein Fussball. Unweit von ihm eine schmale Wasserrinne, nicht gefroren, die den Blick auf den an dieser Stelle ebenfalls gekiesten Grund freigibt. Am Horizont die Silhouette eines Spaziergängers und am anderen Seeufer, diejenige eines Hundebesitzers und seines Tiers.

 

In der Ferne Häuserblöcke als geometrische Volumen, fast wie Spielzeug, während sich unmittelbar hinter mir sich die Betonmasse der U-Bahnstation befindet.

Ich vertiefe mich in langsame, flüssige Bewegungen. Verschiebe mein Körperzentrum, vor und zurück, beginne, abwechselnd für lange Sequenzen die Beine zu kreuzen, den Oberkörper nach vor geneigt.

Immer wiede der Blick auf die an der Oberfläche feucht und porös wirkende Eisfläche, die sich in sanften hellblauen und türkisfarbenenen Tönen erstreckt. Auf der nahen Brücke stehen plötzlich drei Zuseher, zwei davon sind Schulmädchen, beobachten mich in der Glocke meiner Rhythmen, in der Spannung und Entspannung, die die Neigung meines Körpers im Becken produziert. Ich stütze mich mit Fäusten auf den Kieselsteinen auf. Sobald ich die eine Hand oder die andere hebe, sehe ich den weisslichen Staub auf den Handschuhen.

Öffnende und schliessende Bewegungen. Arme wie Flügel, hängend nun, aber auch schwingend nach aussen und oben als ich mich nun erhebe. Die ZuschauerInnen sind weg, nur gleissendes Licht.

 

Gleissendes Licht.

Gleissendes Licht

 

Von der gegenüberliegenden Seite tauchen zwei Mädchen auf, die ohne zu zögern über die Eisfläche schreiten.

Gehen über Wasser.

Hinter mir Schritte im Kies. Ein Junge, ca. 5 Jahre alt und einer wohl um die 14 Jahre erscheinen. Der kleinere kickt eine Dose, die am Ufer liegt aufs Eis, der ältere folgt ihm, steigt behutsam auf die Fläche, bückt sich und hebt die Dose auf, behält sie in Händen bis beide einen Mülleimer erreichen und er sie dort einwirft.

 

Gleissendes Licht.

Gleissendes Licht

 

Die Kräne einer neuen Baustelle. Lastwagen, Bagger, etwas entfernt die U-Bahn.

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