Goldberg365_330_10.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

Der Platz liegt winterlich verlassen im Blick der Häuser rundherum. Ein verbleichendes Farbfeld J5 wirkt kryptisch. Der Wind erfasst gleich zu Beginn den Marker, den ich schräg dazu aufgelegt habe und wirft ihn zu einem Knäuel.

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Nummer: 365_330

 Datum: 10.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 12.14

 Uhrzeit Ende: 12.57

 Dauer: 43 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Schillerplatz

 Geoposition : 48°12’7.97″N     16°21’55.97″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : bedeckt

 Temperatur : 2 Grad

 Stichworte : Marker, Rucksack, Denkmal, ich

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen,

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Hunde und BesitzerInnen bestimmen das Bild. Ein Golden Retriever zerrt sein Frauchen über Platz und Wiese zu einem Gefährten.

Zwei Terrier beschnuppern sich und lernen sich kennen, was von ihren Besitzern toleriert wird, sie wirken routiniert, sprechen kein Wort miteinander.

Ein schwarzer Mops mit roter Winterdecke erscheint, bleibt furchtsam stehen, als er meiner Anschtig wird, ich spreize gerade einen angwinkelten Arm vom Körper weg.

Vor dem nahen Nobelhotel le Meridien stehen schwarze Nobellimousinen. Gegenüber unterhalten sich zwei Männer in Anzügen, steigen in einen weissen Nissan SUV und fahren weg.

Der Wind , der immer wieder mit heftigen Böen einfällt platziert den Marker um. Er wird das noch 10 Mal machen.

 

Marker, Rucksack, Denkmal, ich.

Marker, Rucksack, Denkmal, ich.

 

Vier Punkte, von denen zwei, der Marker und ich dynamisch sind.

Ein Mann ohne Jacke geht mit einem Telefon herum, bleibt aber am Rand des Platzes.

Zwei Touristen erscheinen, bleiben vor dem Marker stehen, betrachten ihn längere Zeit, bevor sie darum herum gehen und sich und ihre Mobiltelefone vor dem Schillerdenkmal in Stellung bringen..

Eine Gruppe von drei Männern betritt den Platz von links, sie gehen genau in der Mitte der Distanz zwischen Marker und mir durch, auf einer imaginären Diagonalen. Das kreiert einen Sog, der mich zum Rand der asphaltierten Fläche gehen lässt und dann ein paar Schrittte entlang Richtung Akademie. Zwei Frauen queren den Platz auf der anderen Seite, Impuls, mich in die Nähe des Markers zu begeben. Hier bewege ich mich am Ort, beuge den Oberkörper, sende meine Arme aus. Der Wind hebt den Marker kurz an, lässt ihn genau auf das Ende einer Variation fallen. Ich verharre kurz, mache dann weiter in meinem Versuch, den Raum zu fassen. Blicke von zwei Männern, die vor der Akademie stehen, überrascht.

Von hinten rollt ein Elektromobil heran, gefahren von einer Frau in einer grünen Arbeitsuniform. Neben ihr sitzt ein ebenso gekleideter Mann. Beide steigen aus, gehen auf den Marker zu, stellen dann eine mögliche Beziehung zu mir her. Die Frau fragt:“Gehört der Ihnen?“ . Ich nicke. Die beiden wenden sich ab, entleeren einen Papierkoorb.

Alltagschoreografien.

Ich setze den rechten Fuss im rechten Winkel zum linken in einer Distanz von einer Fusslänge auf. Langsam lasse ich den Oberkörper sinken.

 

Goldberg365_329_09.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

 

Feine Schneeflocken treiben vereinzelt im Wind, ein Spiel unterhalb der Wolken, hinter denen die Sonne als leuchtende Scheibe am Himmel steht.

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Nummer: 365_329

 Datum: 09.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 12.00

 Uhrzeit Ende: 12.43

 Dauer: 43 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : U2 Station Aspern Nord

 Geoposition : 48°14’2.67″N     16°30’12.79″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne hinter Wolken

 Temperatur : 0 Grad

 Stichworte : Luftschritte, Schneeflocken, Gespensterarmeen

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, Busfahrer

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Feine Schneeflocken treiben vereinzelt im Wind, ein Spiel unterhalb der Wolken, hinter denen die Sonne als leuchtende Scheibe am Himmel steht.

Bauzäune auf beiden Seiten des frisch asphaltierten Weges, der über einen Damm mit steil abfallenden Seiten zur Brücke über die Bahnlinien führt. Auf dem Asphalt liegt Kies, deutlich sind langgezogene Kratzer im Belag zu sehen, die Spuren, welche die Kiesel eingekerbt ahben, als sie beim Pfaden unter den Schneepflug gerieten und unter Druck vorwärts geschoben wurden.

Die alte Strasse endet bei der Aufschüttung zum Damm, ein Überbleibsel, lose gesperrt durch die allerdings geöffneten Gitterelemente eines Bauzauns. Behutsam versetze ich mich in Bewegung, deute Schritte an, ohne dass ich den Fuss jedoch auf den Boden setze.

Luftschritte

Luftschritte

Den Kopf leicht gesenkt betrachte ich die Muster vor den Füssen, hebe ihn leicht an, blicke in die Weite, gerastert durch die Draht-Rechtecke. Hebe ihn weiter, den Kopf, während der Körper beinahe still bleibt,

Wolken

Wolken

Über der Silhouette der neuen Stadt

Über der Silhouette der neuen Stadt

Niemand ist hier oben ausser mir, die Holzlatten formen im Abstand der Gitterelemente Portale, Portale, die ich durchschreite, durchtanze,

Portale, welche mich meine Schritte würdig aufsetzen lassen, was ist das, würdiges Aufsetzen der Schritte?, der Füsse auf diesen Boden, von dem der Wind den Staub weggeblasen hat, aber nicht die Kiesel, dieser Weg am Beginn seiner Funktion, oder beinahe am Beginn, dieser Weg, dessen Beleuchtung noch fehlt, im unteren Teil, der gerade im Zustand des Übergangs wie für prunkende, majestätische Gänge geschaffen scheint. Gänge, die hier nur von Gespenstern gesetzt werden, nachts , im Halbdunkel, in das die neue Beleuchtung Kegel und Kreise schneidet. Umzüge der Gespensterarmeen hier, der Tausenden Toten, welche sich nun über die neuen Schanzen bewegen in feierlichen Formationen und bleich dem dunkleren Dunkel entgegenstreben.

Die Füchse und Rehe haben sich wohl zurückgezogen, mittlerweilen, verfolgen das Treiben von Ferne. In regelmässigen Abständen singen die Elektromotoren der U-Bahn, die sch auf den Weg über den langen Bogen ihrer Trasse macht, Richtung Zentrum.

Mein Füsse, meine Bein, die sich nun ihren eigenen Weg suchen, den Boden aufnehmen, ihn wieder abgeben, das Gewixht fliessen lassen, die Impulse weiterleiten, in den schwingenden Körper, in die Arme, die sich ausbreiten, welche ein Geflecht unsichtbarer Lnien erzeugen, eine dreidimensionale Zeichnung, die kurz dem Wind widersteht, kurz gescannt durch die Pikslestruktur der Bauzäune schon nicht mehr gewesen ist.

Von der Haltestelle nun die Blicke der aussteigenden Busnutzerinnen und mehr noch der Bus-Fahrer, einer ist ausgestiegen, telefoniert, während er zu mir hochsieht und ich zu ihm hinunter und die Flocken schweben, tanzen im Wind, so wie ich schwebe und tanze als hielte ich mich im Nichts, hielte mich am nichts, das meine Finger berühren, in das sie weisen, und ihre Kreise zeichnen. Mit den Spitzen taste ich leuchtende Linien entlang, eine Schrift , die ich nicht zu entziffern vermag, Sensationen, das Unlesbare, für Blinde am Tag, imaginierte Wärme, imaginiertes Leuchten, Leuchtschrift. Leuchtschrift,

leuchte Leuchtschrift

leuchte Leuchtschrift

Goldberg365_328_08.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

Tanken, Waschen, Parken,

Imperative für aktive Autofahrer

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Nummer: 365_328

 Datum: 08.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 18.45

 Uhrzeit Ende: 19.27

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Untere Viaduktgasse

 Geoposition : 48°12’24.37″N    16°23’14.09″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne

 Temperatur : -2 Grad

 Stichworte : Tanken, Waschen, Parken

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Neons leuchten

Neons leuchten

 

Leiser Glanz

Leiser Glanz

 

Tanke Energie

Tanke Energie

 

0-24 Std.

0-24 Std.

 

Tanze Energie

Tanze Energie

 

Kamera-Augen

Kamera Augen

 

Safety first

Safety first

 

 

3.0m

3.0m

 

Boden Schraffur

Boden Schraffur

 

Dieser Raum öffnet sich

Dieser Raum öffnet sich

 

Dieser Raum schliesst sich

Dieser Raum schliesst sich

 

Neonlicht flutet ins Dunkel

Neonlicht flutet ins Dunkel

 

SICHER ZENTRAL LAGERN

SICHER ZENTRAL LAGERN

 

Weisse Schrift auf blau, gegenüber

Weisse Schrift auf blau, gegenüber

 

Gegenüber mir selbst

Gegenüber mir selbst

 

Tanken, Waschen, Parken

Tanken, Waschen, Parken

 

Ich singe das Lied

Ich singe das Lied

 

Einfahrt, Parken verboten

Einfahrt, Parken verboten

 

Ich tanze die Einfahrt entlang

Ich tanze die Einfahrt entlang

 

Die gelbe Schraffur

Die gelbe Schraffur

 

Du gelbe Schraffur

Du gelbe Schraffur

 

Du Licht der Strasse

Du Licht der Strasse

 

Tankstelle

Tankstelle

 

Tanzstelle

Tanzstelle

 

Körperstelle

Körperstelle

 

Schmerzstellen

Schmerzstellen

 

Körper

Körper

 

stellen

stellen

 

Menschen, Menschen

Menschen, Menschen

 

Niemand stellt jemand ein Bein

Niemand stellt jemand ein Bein

 

Jetzt

Jetzt

 

Eine Frage der Einstellung

Eine Frage der Einstellung

 

Auto im Dunkel

Auto im Dunkel

 

Schmutzige Scheibe, schmutziges Dach

Schmutzige Scheibe, schmutziges Dach

 

Dieser Mann dort wartet

Dieser Mann dort wartet

 

Es ist ihm peinlich, zu sehen, dass ich ihn warten sehe

Es ist ihm peinlich, zu sehen, dass ich ihn warten sehe

 

Ich drehe mich

Ich drehe mich

 

Der Mann dreht sich

Der Mann dreht sich

 

Der Mercedesfahrer hupt

Der Mercedesfahrer hupt

 

Das Rouleau fährt hoch und gibt die Einfahrt frei

Das Rouleau fährt hoch und gibt die Einfahrt frei

 

Ein Chrysler Van biegt ein, bleibt stehen

Ein Chrysler Van biegt ein, bleibt stehen

 

Der Fahrer blickt

Der Fahrer blickt

 

Seitlich

Seitlich

 

Blickt geradeaus, fährt weiter,

Blickt geradeaus, fährt weiter

 

Fahre Fahrer

Fahre Fahrer

 

Bremslichter

Bremslichter

 

Rot

Rot

 

Die junge Frau kommt direkt auf mich zugegangen,

Die junge Frau kommt direkt auf mich zugegangen,

 

ein Mofafahrer fährt los, hält,

ein Mofafahrer fährt los, hält,

 

weisse Wolken

weisse Wolken

 

die Schräge der Auffahrt

die Schräge der Auffahrt

 

 

unter meinen Füßen

unter meinen Füßen

Goldberg365_327_07.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

 Die Plastik vom Fürsten von Liechtenstein steht und blickt nach Westen, zwischen Traun und Khefenhüller.Touristen werfen Blicke auf den Marker, der auf der Treppe vor der Absperrung mit schweren Ketten und mit dem Schild „BETERETEN VERBOTEN“ liegt.

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Nummer: 365_327

 Datum: 07.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 11.22

 Uhrzeit Ende: 12.03

 Dauer: 41 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Maria Theresien Platz

 Geoposition : 48°12’15.35″N    16°21’38.16″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne

 Temperatur : 3 Grad

 Stichworte :Liechtenstein, Traun, Khefenhüller

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

 

Licht flutet

Licht flutet.

 

 

Ich drehe mich in kleinen Kreisen.

Ich drehe mich in kleinen Kreisen.

 

Menschen mit Selfie Sticks und Smartphones.

Menschen mit Selfie Sticks und Smartphones.

 

Bringen sich in Stellung.

Bringen sich in Stellung.

 

Zwei Chinesinnen proben das Stehen auf einem Bein.

Zwei Chinesinnen proben das Stehen auf einem Bein.

 

Sie zählen auf Zwei .

Sie zählen auf Zwei.

 

I, ar.

I, ar.

 

Auf Zwei verlieren sie das Gleichgewicht.

Auf Zwei verlieren sie das Gleichgewicht.

 

Licht flutet.

Licht flutet.

 

36 Kinder ziehen in Zweierkolonne vorbei.

36 Kinder ziehen in Zweierkolonne vorbei.

 

Ich drehe mich in kleinen Kreisen.

Ich drehe mich in kleinen Kreisen.

 

Eine hübsche junge Frau arrangiert ihren Freund fürs gemeinsame Selfie.

Eine hübsche junge Frau arrangiert ihren Freund fürs gemeinsame Selfie.

 

Eine Chinesin macht ein Panoramafoto, auf dem auch ich festgehalten werde.

Eine Chinesin macht ein Panoramafoto, auf dem auch ich festgehalten werde.

 

Ich betrete Erinnerungsräume von Menschen, die ich nicht kenne.

Ich betrete Erinnerungsräume von Menschen, die ich nicht kenne.

 

Eine deutsche Familie arrangiert sich zum Gruppenbild.

Eine deutsche Familie arrangiert sich zum Gruppenbild.

 

Sie blicken mit unzufriedenem Gesichtsausdruck zu mir.

Sie blicken mit unzufriedenem Gescihtsausdruck zu mir.

 

Ich störe das Staging ihrer Erinnerung.

Ich störe das Staging ihrer Erinnerung.

 

Licht flutet.

Licht flutet.

 

Ein Kind kickt einen Eisblock an die Treppe.

Ein Kind kickt einen Eisblock an die Treppe.

 

Menschen mit Selfie Sticks und Smartphones.

Menschen mit Selfie Sticks und Smartphones.

 

Bringen sich in Stellung.

Bringen sich in Stellung.

 

Ich betrete Erinnerungsräume von Menschen, die ich nicht kenne.

Ich betrete Erinnerungsräume von Menschen, die ich nicht kenne.

 

Ich drehe mich in kleinen Kreisen.

Ich drehe mich in kleinen Kreisen.

Goldberg365_326_06.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

Grau und Violett-Töne werden stumpfer, dunkeln nach, die Lichter hingegen strahlen deutlicher, setzen sich ab. Die Neonkreise im Durchgang schwingen sanft im Wind. Was wie ihre Spiegelung aussieht sind aber ähnliche Leuchtobjekte im Inneren des Restaurants.

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Nummer: 365_326

 Datum: 06.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 17.14

 Uhrzeit Ende: 17.56

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Antonia Alt Gasse

 Geoposition : 48°10’49.91″N    16°22’55.00″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Regen

 Temperatur : 2 Grad

 Stichworte : Neonkreis, Spiegelung, Sandstrand

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

Durch die komplett verglaste Wand leuchtet eine Video-Einstellung auf einen sonnenüberfluteten Sandstrand mit ein paar Felsen davor, an denen sich in regelmässigen Rhythmen schäumende Wellen brechen. Im hinteren Teil des Lokals eine metallene Küchenbar, und ein Pizzabäcker, davorstehend.

Kreismuster also an der Decke, aber auch eingelassen in den Betonboden. Draussen auf der Strasse und drinnen im Hof tropft der Regen, Der Marker liegt zwischen einer Rampe mit Metallgeländer und der dunkelbraunen Seitenwand des Durchganges.

Ich mache mich auf einen Weg, der mich die Kreisform aufnehmen lässt – eine Umdrehung, einmal 360 Grad. Allerdings verlangsame ich diese , sodass ich schliesslich 40 Minuten dafür benötige.

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Eine Umdrehung .

Eine Umdrehung

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Eine Frau in leuchtend rotem Regenmantel kommt von rechts. An ihrem dunklen Rucksack blinkt ein Licht, rot ebenfalls. Sie durchquert die Öffnung des Durchgans, die wie ein Filmframe wirkt und verschwindet nach links.

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Sechs Männer sammeln sich vor der Menütafel des Restaurants, die draussen steht, direkt neben einem Wimpel derim zunehmend stärker blasenden Wind weht seine eigenen Wellen schlägt.

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Ich wende mich nach links, zentimeterweise nach links,

lasse den Fuss in der Luft hängen, an der Hüfte wie einen baumelnden Ast, setze ihn andeutungsweise auf, schiebe das Gewicht zurück, spiel mit dem Übergang, mit der minimalen Verlagerung, arbeite mich vor auf dem imaginären Kreisumfang.

Die Männer vor der Tafel können sich nicht entscheiden, gehen plötzlich ab, nach links.

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Im Hof ein Lichtkubus, hochgezogen, glasgerahmt, Ein Stiegenhaus, die Silhoutte eines Mannes auf einer Treppe in einen Gang verschwindend. Weiter hinten, niedriger gelegen aber auch tiefer im Raum ein leuchtendes Quadrat, wieder eine Silhouette, gleich daneben ein bläulich blinkender Schimmer.

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180 Grad

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Ein Mädchen in grellgelbem Regensakko rennt um die Ecke, gefolgt von einem kleineren.

Sie bitten einen Mann, der gerade mit einem Rollkoffer naht, die Tür zum Restaurant zu öffnen.

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270 Grad

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Im Ausschnitt zur Stadt eine lange Kette von Containern die sich leicht erhöht als Linie nach links bewegen. Gleich darauf eine andere Linie, Lichtlinie entgegengesetzt nach rechts, ein Personenzug.

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360 Grad.

Goldberg365_325_05.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

 Langsam driften Wolkenbänke aus Süden und Südwesten auf die Sonne zu, die überraschend warm diesen Februarnachmittag wärmt. Der nahe botanische Garten ist trotz des schönen Wetters geschlossen und immer wieder stehen einlassbegehrende Spaziergänger vor dem Tor.

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Nummer: 365_325

 Datum: 05.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 14.32

 Uhrzeit Ende: 15.14

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Gerlgasse/Jacquingasse

 Geoposition : 48°13’4.12″N     16°22’36.98″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne, zunehmend bewölkt

 Temperatur : 8 Grad

 Stichworte : Strassenecke, Dachlawine, Hausfassade

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Der Ort an der Strassenecke ist markiert durch eine rot-weiss gestreifte Stange, die vor Dachlawinen warnen soll. Allerdings ist der Schnee bereits geschmolzen. Weiters ist die Hausfassade geprägt durch eine langsam verbleichende Sprühschrift mit der Forderung: „Kein Mensch ist ilegal“ . Der Schatten einer Verkehrstafel fällt mitten in die Schrift. Auf dem Gehsteig, der mit flüssigem Teer versiegelte Schnitte für eine Grabung aufweist steht auch ein Elektrik-Kasten, über den ich den Marker drapiert habe.

Ich entwickle eine Handlungs-Anweisung, die besagt, dass ich am Ende einer Variation ein paar Schritte mache, dann wieder eine Position einnehme, und diese dann mittels minimaler Interventionen variiere.

 

Stehen also, atmen.

Stehen also, atmen.

 

Das Farbenspiel der Hauswand.

Das Farbenspiel der Hauswand.

 

Die Signatur mit dem Anarcho A

Die Signatur mit dem Anarcho A.

 

Der Gedanke weltumspannenden Humanismus.

Der Gedanke weltumspannenden humanismus.

 

Zwei Spaziergänger

Zwei Spaziergänger

 

Knapp drückt sich ein Mann an mir vorüber, biegt hastig um die Ecke.

Knapp drückt sich ein Mann an mir vorüber, biegt hastig um die Ecke.

 

Weltumspannend.

Weltumspannend.

 

Entgleisende Kapitalismusmaschine

Entgleisende Kapitalismusmaschine.

 

Aus dem Ruder laufen

Aus dem Ruder laufen

 

Der amerikanische Trump

Der amerikanische Trump

 

First Trump

First Trump.

 

Zuerst ich, America great again

Zuerst ich, America great again

 

Ich again

Ich again

 

Ich America

Ich America

 

 

Seitengasse hier.

Seitengasse hier.

 

Langsam verdunkeln die Wolken die Sonne.

Langsam verdunkeln die Wolken die Sonne.

 

Die Wolken.

Die Wolken.

 

Die Sonne

Die Sonne

 

Meine Präsenz hier.

Meine Präsenz hier.

 

Mein Gewicht auf dem linken Fuss.

Mein Gewicht auf dem linken Fuss.

 

Mein Gewicht auf dem rechten Fuss.

Mein Gewicht auf dem rechten Fuss.

 

Keine Metapher.

Keine Metapher.

 

Ganz real auslotend, den Raum.

Ganz real auslotend, den Raum.

Goldberg365_324_04.Feb.2017

SERIE: GOLDBERG 365

 Es ist die Rückseite eines grösserern Gebäudes, das den Markt Richtung Norden abschliesst. So wirkt das Mahnmal mit der Erinnerungstafel an den im KZ getöteten Studenten, Aktivisten und Kämpfer Ochshorn , flankiert von kleinen Erinnerungstafeln an andere, dort zu Tode gekommene etwas verschämt und verloren. Es wird gerahmt von notdüftig verputzten Sprüngen in der Mauer darüber und einem viel grösseren Sprühtag auf der Wand daneben.

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Nummer: 365_324

 Datum: 04.02. 2017

 Uhrzeit Beginn : 13.09

 Uhrzeit Ende: 13.52

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Karmelitermarkt

 Geoposition : 48°13’4.12″N     16°22’36.98″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Wolken, Sonne

 Temperatur : 4 Grad

 Stichworte : Gebäude, Zaun, Distanz

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Ich flechte den Marker in einen metallenen Zaun davor, der eine schneebedeckte Holzplattform umschliesst. Die Sonne schält sich aus Wolken und ich verlege meine Position ans ldirekte Licht. Nun kann ich nicht mehr durchs Schaufenster des Frisuersalons blicken, und werde nicht mehr gesehen, da ich mich in einem toten Winkel gleich daneben befinde. Das licht im Gesicht entspannt, die Goldbergvariationen sind sehr präsent, ich spüre jede Faser meines Körpers, den ich nur minimalst bewege. Jede kleinste Veränderung kommt mir riesig vor, wenige Zentimeter fühlen sich wie Meter an.

 

Körper. Atem.

Körper. Atem.

 

Als würde ich schreiten.

Als würde ich schreiten.

 

Langgedehnte Distanz zwischen zwei nahen Punkten.

Langgedehnte Distanz zwischen zwei nahen Punkten.

 

Gewicht fliesst.

Gewicht fliesst.

 

vor

vor

 

zurück

zurück

 

aufatmen

aufatmen

 

verschieben

verschieben

 

leicht

leicht

 

den Fuss, den einen

den Fuss den einen

 

Langsam ändert der Schnee die Farbe.

Langsam ändert der Schnee die Farbe.

 

Langsam ändert der Schnee die Farbe.

Langsam ändert der Schnee die Farbe.

 

Langsam ändert der Schnee die Farbe.

Langsam ändert der Schnee die Farbe.

 

Wasser sättigt die kristallinen Strukturen, löst sie auf.

Wasser sättigt die kristallinen Strukturen, löst sie auf.

 

Ich sehe dem Schnee beim Schmelzen zu.

Ich sehe dem Schnee beim Schmelzen zu.

 

Ich lasse meinen Körper in den Raum schmelzen.

Ich lasse meinen Körper in den Raum schmelzen.

 

Unscheinbare Bewegungen.

Unscheinbare Bewegungen.

 

Hinter mir die zusammengeflickte, rohe, hölzerne Tür mit dem rostigen Eisengitter davor. Sacheldraht ist oben dazwischen geflochten, „damit die Tauben nicht hereinkönnen“ sagt ein Vorbeigehender.

 

Jetzt sind keine Tauben zu sehen.

Jetzt sind keine Tauben zu sehen.

 

Nur der Schnee schmilzt vor sich hin.

Nur der Schnee schmilzt vor sich hin.

 

Ich schaue zu.

Ich schaue zu.