Goldberg365_349_01.März2017

SERIE: GOLDBERG 365

Mitten auf dem von wildem Gras bewachsenen Platz steht ein weisser Lastwagen mit Anhänger, ihm gegenüber am Rand ein roter SUV. Dahinter auf den Geleisen des Güterbahnhofs eine Rangierlokomotove in die gerade der Lokführer einsteigt.

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SERIE: GOLDBERG 365

 Nummer: 365_349

 Datum: 01.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 14.32

 Uhrzeit Ende: 15.13

 Dauer: 41 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Hans Mayr Platz

 Geoposition : 48°13’14.80″N    16°27’3.14″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne, Wolken

 Temperatur : 9 Grad

 Stichworte : Wolke; Leiter, Wind

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, Lokomotivführer

 Raummarker: Stephanie Rauch

Hier ist viel Himmel zu sehen und der Himmel ist in Bewegung. Heftige Windböen treiben Wolkenfetzen vor sich sich, das Licht wechselt schnell und dramatisch. Stumpfes Grau im Kontrast zu leuchtendem Blau, dazwischen grelle Strahlen der plötzlich hervorbrechenden Sonne.

Inmitten der massiven urbanen Entwicklung in der Gegend hier scheint dieser Ort zumindest zwischenzeitlich vergessen worden zu sein. Die Gräser wiegen sich so selbstverständlich im Wind, wie eh und jeh und es scheint, nichts könne ihre Existenz gefährden. Ein weissgestrichenes Geländer liegt zerbrochen am Boden. Über die hochgelegte Trasse braust die U-Bahn. Aus der Station tröpfeln nur wenige Menschen, die in verschiedene Richtungen abbiegen. Ihre Blicke nehmen mich unaufgeregt zur Kenntnis.

Ich arbeite konzentriert und sehr gross mit Armen, beinahe als werfe ich sie in den Wind, der mich erfasst wie die Wolken rundherum. Nein, ich bin keine Wolke. Objektiv erkunde ich die Verhältnisse von Armen und Schultern, das resultiert in vielfaältigen Kreisen, die ich simultan mit den Armen beschreibe. Diese Bewegungsschrift dürfte nicht einfach zu entziffern sein. Hinter einem mit weissen Schriftzügen besprühten Gartenzaun steigt jemand auf eine Leiter um Bäume zu schneiden. Er hält kurz inne, sieht zu mir her, setzt einen Schnitt, klettert hinunter und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Von gegenüber trifft mich der Blick des Lokführers, bis er seine Maschine in Bewegung setzt, während vor dem eissen Laster ein junge seinen Rolelr stoppt und mir eine Zeit lang zusieht.

Ich geniesse die Weiträumigkeit und Distanz und bewege mich sehr frei. Der Boden ist weich und mit jedem Schritt sinke ich federnd etwas ein. Manchmal halte ich inne, bin ganz Zeichen, Körper, Arme, die sich recken wie die blattlosen Äste der Bäume auf einer angrenzenden Wiese.

Nachdem ich den Marker und die Kopfhörer wieder im Rucksack verstaut habe, das abschliessende Foto gemacht, alles rituelle Handlungen beinahe schon, sehe ich, als ich die Station betrete die Angestellte eines Kebabshops nahe ihrer Scheibe stehen und mich verwundert ansehen. Sie hat wohl die Tanzaktion mitverfolgt, blieb mir allerdings durh die spiegelnden Glasscheiben verborgen.

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