Goldberg365_350_02.März2017

SERIE: GOLDBERG 365

 Sie steht im roten Kleid als Pappkameradin im Schaufenster des kleinen Geschäfts im Gemeindebau gegenüber der mächtigen Brauerei und wirbt für elektrische Carrera Rennbahnen.

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 Nummer: 365_350

 Datum: 02.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 13.04

 Uhrzeit Ende: 13.48

 Dauer: 44 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Ottakringer Platz

 Geoposition : 48°12’44.62″N    16°19’31.24″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : stark bewölkt

 Temperatur : 8 Grad

 Stichworte : Rennbahn, Blondine, Plastikmaikäfer

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen,

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Auf einem nahezu leeren Regal liegen als ob sie sich verirrt hätten ein paar überdimensionierte Plastikmaikäfer, deren Zusammenhang weder im Verhältnis zur werbenden Blondine noch zum Produkt Sinn ergeben. Ihre Präsenz kreiert aber eine einigermassen geheimnisvolle Atmosphäre. Gleich neben ihnen liegt eine Packung mit „wireless controlern“. Der kleine Nischenplatz davor bietet nur bedingt Schutz vor den kräftigen Böen, die immer wieder heranwirbeln.

Vermutlich habe ich einen allerdings kaum sichtbaren Zuseher: der Portier der Ottakringer Brauerei, der hinter einer stark verspiegelten Glaswand seinen Dienst versieht. Er wird nebst meinem langen Verweilen an meinen Drehungen erkennen, dass ich aus der Rolle normaler Präsenz falle. Zwei weitere, die das erkennen sind Bewohner des Baues, Vater und Sohn. Beide tragen tiefschwarze Lederjacken, der Vater eine lange, der Sohn eine kurze. Ob die beiden Carrera – spieler sind, versuche ich mir vorzustellen.

Wenig später noch eine Zweierkombo: zwei verschleierte Frauen kommen langsam von links, wo die Hausmauer mein Sichtfeld begrenzt „ins Bild“, sie gehen mit sehr langsamen Schritten weiter, tragen lange schwarze Mäntel, eigentlich scheinen sie langsam zu gleiten. Sie Bleiben stehen, verharren, bevor sie sich aus unerfindlichen Gründen wieder zurück hinter die Mauer schieben.

Der Wind dreht die mächtige Abluft Krone auf dem Dach der Brauerei und wenige später umgibt mich starker Gärgeruch.

Ich setze meine Schritte, teste eine Serie von Beugungen des Oberkörpers über ein Knie, wobei ich mit den Händen beinahe den Boden berühre, bei jedem Hochkommen verändere ich die Stellung des rückwärtigen Fusses.

Im sechsten Stock des Hauses wird ein Fenster geschlossen. Der Wind zaust die Bäume und Büsche im umzäunten Vorgarten. In der Wolkendecke öffnet sich eine kleine Fläche blauen Himmel´s.

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