Goldberg365_353_05.März2017

 

Stellst Deine Füsse auf den Platz

Stellst Deine Füsse auf den Platz

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SERIE: GOLDBERG 365

 Nummer: 365_353

 Datum: 05.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 18.52

 Uhrzeit Ende: 19.36

 Dauer: 44 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Karlsplatz

 Geoposition : 48°12’1.79″N     16°22’15.41″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : bewölkt

 Temperatur : 08 Grad

 Stichworte : Füsse, Selfie, Rätsel

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Flirrende Lichter

Flirrende Lichter

 

Verkehr, Verkehr

Verkehr, Verkehr

 

Rauschen, rauschen

Rauschen, rauschen

 

Beleuchtete Fassade

Beleuchtete Fassade

 

Nun blicken diese zwei Frauen sehr verwundert

Nun blicken diese zwei Frauen sehr verwundert

 

Auf mich

Auf mich

 

 

Der ich kreisende Bewegungen mit den Händen

Der ich kreisende Bewegungen mit den Händen

 

Vor dem Körper

Vor dem Körper

 

Mache und

Mache und

 

Den Oberkörper

Den Oberkörper

 

Immer tiefer

Immer tiefer

 

Neige

Neige

 

Sie steigen in den Lift

Sie steigen in den Lift

 

Ich bleibe ein Rätsel

Ich bleibe ein Rätsel

 

Für sie

Für sie

 

 

Das Rätsel bewegt sich

Das Rätsel bewegt sich

 

Weiter

Weiter

 

Bewege ich mich

Bewege ich mich

 

Mit den Füssen auf dem Platz

Mit den Füssen auf dem Platz

 

Licht und Schatten der Säule

Licht und Schatten der Säule

 

Ein grosser Bus hält vor dem nahen Konzerthaus

Ein grosser Bus hält vor dem nahen Konzerthaus

 

 

Asiatische Touristen

Asiatische Touristen

 

Strömen auf den Asphalt

Strömen auf den Asphalt

 

Einzeln werfen sie sich in Pose

Einzeln werfen sie sich in Pose

 

Selfie

Selfie

 

Selfie

Selfie

 

Sehnsüchtig den Kopf leicht in den Nacken legen

Sehnsüchtig den Kopf leicht in den Nacken legen

 

How political are you?

How political are you?

 

Aussenrist der Füsse

Aussenrist der Füsse

 

Just in the moment

Just in the moment

Goldberg365_352_04.März2017

SERIE: GOLDBERG 365

Am Eindrücklichsten ist das „ Halleluja-Standl“, eine Holzhütte, die an Weihnachtsmarkt erinnert und direkt an einer Kirchenecke aufgestellt ist. Ich setze sie ins Verhältnis mit der grünen Kunststoffkugel für Streukies, die auf einer Palette neben zwei Parkbänken steht.

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 Nummer: 365_352

 Datum: 04.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 13.34

 Uhrzeit Ende: 16.25

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : St. Bartholomäus Platz

 Geoposition : 48°13’2.55″N     16°19’54.53″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : bewölkt

 Temperatur : 14 Grad

 Stichworte : Halleluja Standl,SPÖ, Verwerfung,

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

Der Föhnwind weht. Der Verkäufer des Halleluja-Standls isst konzentriert. Gegenüber eine Tanzschule und ein Raum der SPÖ, zwar bemüht aber ohne Chance gegen die Inszenierung der Kalvarienbergkirche, die hier eindeutig den Platz dominiert. Im Gegensatz zur Architektur bewegen sich immer wieder türkisch und arabisch wirkende Menschen über den Platz, die meisten von ihnen sind Jugendliche. Der Marker wird vom Wind verworfen.

Ich stehe auf dem Platz, leichtfüssig, folge Bewegungsflüssen die langsam wachsen und raumgreifender werden. Auf einer Bank telefoniert ein bärtiger Mann, er schreit in einer fremden Sprache ins Telefon.

Zwei Mädchen machen Selfies, springen abwechselnd in die Luft. Fast sieht es so aus, als ob sie mich imitierten.

Eine Schulklasse nähert sich, versammelt sich schliesslich vor dem Eingang zur Kirche. Die jugendlichen blicken erstaunt zu mir her, einige kichern, bevor sie sich zum Lehrer wenden, der Erklärungen zur Architektur ausgibt. Unmittelbar daneben steht ein Mann im Cowboyhut, trinkt aus einer Dose, wartet bis die Gruppe im Inneren der Kirche verschwunden sind.

Der Verkäufer vom „halleluja Stand blickt nun ziemlich verständnislos zu mir her, ich tanze nun grossräumig auf dem Platz. Manchmal tauchen Gesichter in den Fenstern auf.

Der Platz belebt sich zunehmend.

Drei Mädchen lassen sich auf einer Bank nieder. Nur eines davon nimmt von mir Kenntnis, blickt aber nur kurz her.

Werfe dich, werfe mich

Werfe dich werfe mich

Verwerfung

Verwerfung

Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

Wiegend

Wiegend

Tanzen wie ein Narr

Tanzen wie ein Narr

Narr gibt es nicht

Narr gibt es nicht

Idiot

Idiot

Gestreift von Blicken

Gestreift von Blicken

Fröhlich wie der Wind

Fröhlich wie der Wind

Nun setzen sich Mutter und Tochter

Nun setzen sich Mutter und Tochter

Auf die Bank

Auf die Bank

Schlecken ihr Eis

Schlecken ihr Eis

Blicken

Blicken

 

 

Goldberg365_351_03.März2017

SERIE: GOLDBERG 365

In Schüben bewegt sich der Feierabend -Verkehr vorwärts , steht wieder still, Autos werden von Fussgängern überholt.

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 Nummer: 365_351

 Datum: 03.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 15.43

 Uhrzeit Ende: 16.25

 Dauer: 42 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Stutterheimer Strasse

 Geoposition : 48°12’18.66″N    16°19’31.19″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : bewölkt

 Temperatur : 12 Grad

 Stichworte : Hecke, Gemeindebau,Baucontainer, Bierlokal

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, AutofahrerInnen

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Ich breite den Marker auf einer noch blattlosen Hecke aus. Gegenüber, auf der anderen Strassenseite in einem kasernengleichen Gebäude ist ein Bierlokal namens „Bierosophie“ untergebracht. Direkt gegenüber ein Gemeindebau mit Baucontainern im Vorgarten. Im vierten Stock ist ein Fenster geöffnet.

Ich stehe ganz still, höre auf meine Atmung, spüre die Hecke neben mir, spüre den leicht verwunderten Blick eines untersetzten, bärtigen Mannes der gerade um die Ecke biegt, eine Ledertasche in der Hand haltend. Er scheint muslimischen Hintergrunds zu sein.

Mit dem Atem verändere ich die Position der Arme und Hände, setze mich solcherart langsam in Bewegung.

Im offenen Fenster im vierten Stock erscheint nun das Gesicht einer Frau, die Arme über der Brüstung gekreuzt sieht sie mir längere Zeit zu. Ich habe den Rhyhtmus der Variationen übernommen, füge immer wieder Drehungen in meinem durch die Breite des Gehsteigs definierten Territorium durch.

Der Blick einer blonden Frau, die einen BMW lenkt, im Vorüberfahren.

Von den Containern her kommt eine Frau, die hektisch in ihrer Handtasche kramt.

Offenbar etwas sucht. Zwischen Suche und dem Wunsch, weiterzugehen entwickelt sich ihrerseits ein seltsam unregelmäßiger rhythmus. Manchmal bleibt sie fast stehen, fast verharrend für kurze Momente, löst sich dann kurz aus ihrer Konzentration,s etzt imm Stakkato ein paar Schritte, versucht es erneut. Schließlich überquert sie die Strasse, blickt fast entschuldigend zu mir und verschwidnet dann hinter der einen Hecke.

Zwei türkisch wirkende Männer kommen auf mich zu, misstrausich blicken. Sie sind die Lenker der mir am Nächsten stehenden, geparkter Autos wie sich zeigt. Prüfend kontrollieren sie den Lack ihrer Fahrzeuge, sehen nichts Auffälliges, steigen ein und lenken ihre Autos weg.

Eine Frau mit Boxerhund geht an mir vorüber, das Tier beschnüffelt mich neugierig. Aus einem SUV in der sich stockend bewegenden Kolonne auf der Gablenzgasse folgen mir die Augen einer Frau, bis sich die Autos weiterbewegen.

Goldberg365_350_02.März2017

SERIE: GOLDBERG 365

 Sie steht im roten Kleid als Pappkameradin im Schaufenster des kleinen Geschäfts im Gemeindebau gegenüber der mächtigen Brauerei und wirbt für elektrische Carrera Rennbahnen.

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 Nummer: 365_350

 Datum: 02.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 13.04

 Uhrzeit Ende: 13.48

 Dauer: 44 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Ottakringer Platz

 Geoposition : 48°12’44.62″N    16°19’31.24″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : stark bewölkt

 Temperatur : 8 Grad

 Stichworte : Rennbahn, Blondine, Plastikmaikäfer

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen,

 Raummarker: Stephanie Rauch

 

Auf einem nahezu leeren Regal liegen als ob sie sich verirrt hätten ein paar überdimensionierte Plastikmaikäfer, deren Zusammenhang weder im Verhältnis zur werbenden Blondine noch zum Produkt Sinn ergeben. Ihre Präsenz kreiert aber eine einigermassen geheimnisvolle Atmosphäre. Gleich neben ihnen liegt eine Packung mit „wireless controlern“. Der kleine Nischenplatz davor bietet nur bedingt Schutz vor den kräftigen Böen, die immer wieder heranwirbeln.

Vermutlich habe ich einen allerdings kaum sichtbaren Zuseher: der Portier der Ottakringer Brauerei, der hinter einer stark verspiegelten Glaswand seinen Dienst versieht. Er wird nebst meinem langen Verweilen an meinen Drehungen erkennen, dass ich aus der Rolle normaler Präsenz falle. Zwei weitere, die das erkennen sind Bewohner des Baues, Vater und Sohn. Beide tragen tiefschwarze Lederjacken, der Vater eine lange, der Sohn eine kurze. Ob die beiden Carrera – spieler sind, versuche ich mir vorzustellen.

Wenig später noch eine Zweierkombo: zwei verschleierte Frauen kommen langsam von links, wo die Hausmauer mein Sichtfeld begrenzt „ins Bild“, sie gehen mit sehr langsamen Schritten weiter, tragen lange schwarze Mäntel, eigentlich scheinen sie langsam zu gleiten. Sie Bleiben stehen, verharren, bevor sie sich aus unerfindlichen Gründen wieder zurück hinter die Mauer schieben.

Der Wind dreht die mächtige Abluft Krone auf dem Dach der Brauerei und wenige später umgibt mich starker Gärgeruch.

Ich setze meine Schritte, teste eine Serie von Beugungen des Oberkörpers über ein Knie, wobei ich mit den Händen beinahe den Boden berühre, bei jedem Hochkommen verändere ich die Stellung des rückwärtigen Fusses.

Im sechsten Stock des Hauses wird ein Fenster geschlossen. Der Wind zaust die Bäume und Büsche im umzäunten Vorgarten. In der Wolkendecke öffnet sich eine kleine Fläche blauen Himmel´s.

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SERIE: GOLDBERG 365

Mitten auf dem von wildem Gras bewachsenen Platz steht ein weisser Lastwagen mit Anhänger, ihm gegenüber am Rand ein roter SUV. Dahinter auf den Geleisen des Güterbahnhofs eine Rangierlokomotove in die gerade der Lokführer einsteigt.

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SERIE: GOLDBERG 365

 Nummer: 365_349

 Datum: 01.03. 2017

 Uhrzeit Beginn : 14.32

 Uhrzeit Ende: 15.13

 Dauer: 41 Min.

 Land : Österreich

 Stadt/Ort: Wien

 Adresse : Hans Mayr Platz

 Geoposition : 48°13’14.80″N    16°27’3.14″E

 Fassung : Glenn Gould

 Sound via : Kopfhörer

 Partner/

Kollaborationen:

 Wetter : Sonne, Wolken

 Temperatur : 9 Grad

 Stichworte : Wolke; Leiter, Wind

 Streaming : –,   replay

 Zeugen: PassantInnen, Lokomotivführer

 Raummarker: Stephanie Rauch

Hier ist viel Himmel zu sehen und der Himmel ist in Bewegung. Heftige Windböen treiben Wolkenfetzen vor sich sich, das Licht wechselt schnell und dramatisch. Stumpfes Grau im Kontrast zu leuchtendem Blau, dazwischen grelle Strahlen der plötzlich hervorbrechenden Sonne.

Inmitten der massiven urbanen Entwicklung in der Gegend hier scheint dieser Ort zumindest zwischenzeitlich vergessen worden zu sein. Die Gräser wiegen sich so selbstverständlich im Wind, wie eh und jeh und es scheint, nichts könne ihre Existenz gefährden. Ein weissgestrichenes Geländer liegt zerbrochen am Boden. Über die hochgelegte Trasse braust die U-Bahn. Aus der Station tröpfeln nur wenige Menschen, die in verschiedene Richtungen abbiegen. Ihre Blicke nehmen mich unaufgeregt zur Kenntnis.

Ich arbeite konzentriert und sehr gross mit Armen, beinahe als werfe ich sie in den Wind, der mich erfasst wie die Wolken rundherum. Nein, ich bin keine Wolke. Objektiv erkunde ich die Verhältnisse von Armen und Schultern, das resultiert in vielfaältigen Kreisen, die ich simultan mit den Armen beschreibe. Diese Bewegungsschrift dürfte nicht einfach zu entziffern sein. Hinter einem mit weissen Schriftzügen besprühten Gartenzaun steigt jemand auf eine Leiter um Bäume zu schneiden. Er hält kurz inne, sieht zu mir her, setzt einen Schnitt, klettert hinunter und verschwindet aus meinem Sichtfeld. Von gegenüber trifft mich der Blick des Lokführers, bis er seine Maschine in Bewegung setzt, während vor dem eissen Laster ein junge seinen Rolelr stoppt und mir eine Zeit lang zusieht.

Ich geniesse die Weiträumigkeit und Distanz und bewege mich sehr frei. Der Boden ist weich und mit jedem Schritt sinke ich federnd etwas ein. Manchmal halte ich inne, bin ganz Zeichen, Körper, Arme, die sich recken wie die blattlosen Äste der Bäume auf einer angrenzenden Wiese.

Nachdem ich den Marker und die Kopfhörer wieder im Rucksack verstaut habe, das abschliessende Foto gemacht, alles rituelle Handlungen beinahe schon, sehe ich, als ich die Station betrete die Angestellte eines Kebabshops nahe ihrer Scheibe stehen und mich verwundert ansehen. Sie hat wohl die Tanzaktion mitverfolgt, blieb mir allerdings durh die spiegelnden Glasscheiben verborgen.